Neues vom Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

Veröffentlicht am 10.11.2013 von Günther Steinhoff

08.11.2013
Bundesweite Befragung von Pflegeeinrichtungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Online-Erhebung läuft ab 11. November 2013

Wie lassen sich Beruf und Familie in Altenpflegeeinrichtungen vereinbaren? Das will eine Studie herausfinden, die der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) gemeinsam mit dem Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ und der Universität Kiel durchführt. Im Rahmen einer Online-Befragung, die vom 11. November bis zum 16. Dezember 2013 läuft, werden Einschätzungen und Erfahrungen von Altenpflegeeinrichtungen in Deutschland zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermittelt: Welchen Stellenwert hat das Thema? Welche Probleme und Herausforderungen gibt es? Wie unterstützen Einrichtungsleitungen ihre Beschäftigten dabei, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

„Die Ergebnisse möchten wir nutzen, um maßgeschneiderte Angebote für Pflegeeinrichtungen zu entwickeln, die bei diesem Thema aktiv werden wollen“, begründet bpa-Geschäftsführer Bernd Tews sein Engagement. „Wir wollen Pflegeeinrichtungen und -diensten helfen, Fachkräfte zu halten und Berufswiedereinsteiger zu gewinnen. Dabei lassen wir Strategien anderer Branchen und Praxisbeispiele wie optimierte Dienstpläne oder Kinderbetreuung einfließen.“ Der bpa ruft daher seine Mitglieder auf, sich unter www.bwl.uni-kiel.de/familie an der Befragung zu beteiligen.

Gemeinsam mit dem vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag und dem Bundesfamilienministerium initiierten Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“ will der bpa aus den Ergebnissen der Studie konkrete Tipps und Veranstaltungsformate für interessierte Einrichtungen entwickeln.

„Aus der Arbeit mit unseren knapp 5.000 Mitgliedsunternehmen wissen wir, dass die Vereinbarkeit für die Personalgewinnung und -bindung von großer Bedeutung ist und dass es hier meist um intelligente und passgenaue Lösungen geht“, sagt Sofie Geisel, Projektleiterin vom Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“. Das bundesweit größte Netzwerk familienfreundlicher Unternehmen, dessen Mitglieder zu rund zehn Prozent aus der Gesundheits- und Pflegewirtschaft kommen, versteht sich als Wissens- und Austauschplattform, die auch branchenspezifische Angebote macht. „Wir möchten dazu beitragen, dass praktische Erfahrungen und Lösungen für mehr Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Pflegeeinrichtungen bekannter werden. Denn wir wissen: Vereinbarkeit senkt die Fluktuation und steigert die Motivation.“ Geisel verweist dabei auf zahlreiche Studien, die deutlich machen, dass familienbewusste Personalpolitik Mitarbeiterbindung und Arbeitgeberattraktivität spürbar verbessert.

04.11.2013
Pflege: Gratisreform nur mit Leistungskürzungen möglich
bpa kritisiert Äußerungen von Arbeitgeberpräsident Hundt

Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) Dieter Hundt hat die zukünftigen Koalitionspartner davor gewarnt, eine Erhöhung der Beiträge zur Pflegeversicherung zu vereinbaren, und behauptet, eine Reform wäre auch kostenneutral möglich. Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), sieht in dieser Äußerung einen Affront gegen alle, die mit dem Thema zu tun haben, egal ob als Betroffene oder Pflegende: „Wer sich ernsthaft gegen eine Beitragserhöhung bei der Pflegeversicherung ausspricht, müsste einer wachsenden Zahl pflegebedürftiger Menschen erklären, dass dann die Leistungen der Versicherung künftig reduziert werden müssten und damit Pflegebedürftigkeit wieder zum Sozialhilferisiko Nummer 1 würde“, kritisiert Meurer.

„Solche alten Reflexe der Arbeitgeberverbände muten nach offen gezeigter Unkenntnis über die Auswirkungen auf die pflegebedürftigen Menschen an. Jeder, der auch nur am Rande die Nachrichten über den demografischen Wandel verfolgt, weiß, dass die Zahl der pflegebedürftigen Menschen wächst. Entsprechend steigt auch der Bedarf an Leistungen aus der Pflegeversicherung. Wer vor diesem Hintergrund eine ,Kostenneutralität‘ auch nur im Entferntesten für möglich hält, ignoriert die inzwischen allseits bekannte Entwicklung auf nahezu gefährliche Art und Weise“, so Meurer weiter.

Der bpa sieht eine Anhebung des Pflegebeitrags seit Jahren als dringend notwendig an. Erst Ende Oktober hatte der Verband es in einer Pressemitteilung begrüßt, dass zwischen Union und SPD über eine Erhöhung der Beiträge offenbar Einigkeit besteht.

30.10.2013
Pflege: Start der Verhandlungen geglückt
bpa begrüßt geplante Erhöhung des Pflegebeitrags

Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung soll unter einer schwarz-roten Regierung um voraussichtlich 0,5 Prozentpunkte steigen. Zumindest über dieses Thema besteht schon Einigkeit zwischen den beiden zukünftigen Koalitionspartnern.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), der schon seit geraumer Zeit eine Anhebung in ähnlicher Größenordnung fordert, begrüßt dieses erste Ergebnis. „Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland wird immer mehr zunehmen, während immer weniger Menschen Beiträge zahlen. Gleichzeitig ist die im Wahlkampf versprochene bessere Personalausstattung in der Pflege dringend notwendig. Und schließlich erfordert die sukzessive Entwertung der Pflegeleistungen durch die Inflation eine kontinuierliche Dynamisierung der Leistungen und zusätzliche Einnahmen. Ohne eine Erhöhung des Beitragssatzes läuft die Pflege Gefahr, nicht mehr flächendeckend in gleich hoher Qualität verfügbar zu sein“, erläutert bpa-Präsident Bernd Meurer.

„Man muss nicht einer der fünf Wirtschaftsweisen sein, um zu verstehen, dass die zusätzlichen fünf Milliarden Euro in ein paar Jahren nicht mehr so viel wert sein werden wie heute. Ohne die Anpassungen der Leistungen droht bei Pflegebedürftigkeit Sozialhilfeabhängigkeit, und ohne zusätzliches Personal ist die nötige Zuwendung und Pflege nicht zu schaffen“, so Meurer. „Um die Finanzierung der Pflege langfristig zu sichern, müssen jetzt die Weichen gestellt werden. Dazu gehört auch, dass die Schlechterstellung der Heimbewohner bei der Krankenversicherung endgültig beendet wird.“

11.10.2013
Pflege muss Demenzbetreuung gestalten
bpa-Fachtagung NRW bestärkt Führungsrolle der Pflege in der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten

„Die Pflege muss mit ihrer Erfahrung in der Demenzbetreuung die gestaltende Rolle übernehmen.“ Der Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) Christof Beckmann sieht die Pflegefachkräfte in der immer wichtiger werdenden Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten als federführende Fachleute. Während in Kliniken und Praxen oftmals noch Unsicherheit bei der Beurteilung von Demenzerkrankungen und dem Umgang mit Betroffenen herrscht, stellten Pflegefachleute auf der bpa-Fachtagung in Essen innovative Ansätze für die pflegerische Versorgung von Menschen mit Demenz vor.
Pflegende, Ärzte und Therapeuten müssten in Zukunft noch enger zusammenarbeiten, um die Herausforderungen der steigenden Zahl von demenzkranken Menschen meistern zu können, sagte der Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein Bernd Zimmer: „Demenz beginnt mit kleinen Verhaltensveränderungen, die fallen oft dem Hausarzt auf. Aber: Wir brauchen auch bei der Therapie Ihre Hilfe, weil wir nicht jeden Tag beim Patienten sind.“ Es könne nur gemeinsam gehen, betonte der niedergelassene Allgemeinmediziner aus Wuppertal.
Bei dieser interdisziplinären Zusammenarbeit könnten Pflegefachkräfte ihre jahrelange Erfahrung einbringen, sagte der bpa-Landesvorsitzende Beckmann. „Die Demenz als Erkrankung vieler älterer Menschen beschäftigt uns in der Pflege schon seit vielen Jahren. Es ist gut, wenn unser Sachverstand einfließt bei der Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen.“
Basis einer zeitgemäßen Betreuung von Menschen mit Demenz müsse eine intensive Fallbesprechung werden, um individuelle Bedarfe eines Pflegebedürftigen berücksichtigen und die einzelnen Maßnahmen der verschiedenen an der Behandlung und Pflege beteiligten Fachleute aufeinander abstimmen zu können, sagte der Aachener Pflegewissenschaftler Dr. Manfred Borutta: „Es geht um die Kunst, Autonomie und Fürsorge miteinander zu verbinden.“
Wie intensiv und individuell sich die privaten Pflegedienste und Pflegeeinrichtungen um ältere Menschen mit Demenz kümmern, zeigten auf der bpa-Fachtagung in der Essener Philharmonie mehrere Praxisbeispiele aus dem Pflegealltag, die für die rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konkrete Anregungen für die weitere Pflege von Demenzkranken gaben.


Kommentare geschlossen.